Shadows of the Empire
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Spielbeschreibung

 

Shadows of the Empire (im folgenden nur noch SOTE genannt) ist das Spiel zum gleichnamigen Multimedia-Projekt von 1996, das unter anderem aus Roman, Comics, Actionfiguren und anderem mehr bestand. Das Spiel, ursprünglich exklusiv für das Nintendo 64 (1996) geplant, wurde von Lucasarts doch noch für den PC konvertiert (1997) , nachdem sich die Veröffentlichung von Jedi Knight, das für PCs erscheinen sollte, nach hinten verschob. Man schob also SOTE 1997 "kurzfristig" ein, um die Wartezeit auf Jedi Knight zu verkürzen. Im Nachhinein kann man froh sein dass es so kam, denn sonst wäre eines der besten Star Wars-Spiele nicht für den PC erschienen.

 

Inhalt:

Inhaltlich folgt das Spiel dem Roman, jedoch natürlich nicht auf alle Einzelheiten eingehend. Es ist die Zeit zwischen "The Empire Strikes Back" und "Return Of The Jedi". Die Rebellen haben schwere Verluste hinter sich, Leia und Luke sind auf der Jagd nach Boba Fett, um Han vor seinem bevorstehenden Schicksal, an Jabba ausgeliefert zu werden, zu bewahren. Doch aus den Schatten taucht eine neue, ungeheure Gefahr auf: Prinz Xizor, offiziell Chef einiger Raumschiffswerften, inoffiziell aber Führer der größten galaktischen Verbrecherorganisation namens Black Sun, hat finstere Pläne: Er will Luke töten und dadurch, wissend dass der Imperator Luke lebend haben will, Vader in Ungnade fallen lassen um schließlich seinen Platz einzunehmen. Dash Rendar, ein Söldner, soll Luke beschützen. In dem Spiel übernimmt man die Rolle von Dash. Im ersten von insgesamt 10 Levels fliegt man in der Schlacht von Hoth einen Snowspeeder und versucht, imperiale Probe Droids, AT-STs und AT-ATs auszuschalten, um den Rebellen genug Zeit für die Evakuation zu verschaffen. Dabei kann man zwischen Cockpit-Perspektive und einer Draufsicht von hinten auswählen, wobei letztere wegen der Übersichtlichkeit zu bevorzugen ist. De facto war es dieser Level, der besonders gut bei den Fans ankam, weshalb Lucasarts gleich ein ganzes Spiel in dieser Art programmierte: Rogue Squadron. Doch zurück zu SOTE: Nachdem man erfolgreich den ersten Level geschafft hat, begibt sich Dash zur Echo-Basis. Hier steuert man Dash entweder aus einer Firstperson-/Tomb-Raider-/oder Filmkamera-Perspektive und muss versuchen, sein Raumschiff, die Outrider, zu finden, um schnellstmöglich aus der Echo-Basis verschwinden zu können. Hier taucht auch zum ersten mal ein AT-ST als Obergegner auf. Im 3. Level wird man bei der Flucht von einem Sternzerstörer inklusive TIE-Fighter-Staffeln verfolgt. Hier muss man, entweder in Cockpit- oder Außenansicht eine gewisse Anzahl von TIEs abschießen um weiterzukommen. Der nächste Level ist etwas besonderes: Hier bekommt man die Möglichkeit, den Planeten Ord Mantell ein wenig kennen zu lernen. Man jagt hier IG-88, da dieser wahrscheinlich weiß, wo sich Boba Fett aufhält. Letzteren jagt man im anschließenden Level beim Gall Raumhafen. Hier kommt auch zum ersten mal das Jetpack zum Einsatz. Im 6. Level ist man wieder auf Tatooine. Eine Gruppe Attentäter auf Swoop Bikes in Diensten von Jabba will Luke, der sich in Obi-Wans Haus aufhält, töten. Man schnappt sich ebenfalls ein Swoop Bike und muss nun versuchen, die Attentäter, einen nach dem anderen, auszuschalten - und das bei halsbrecherischen Geschwindigkeiten. Dieser Level ist ein absolutes Highlight, den man gerne immer wieder spielt, selbst wenn man ihn schon auswendig kann. Denn das Geschwindigkeits-Gefühl ist hier wirklich atemberaubend, vor allem in der Cockpit-Perspektive. Weiter geht's im 7. Level auf dem imperialen Frachter Suprosa. Dort soll man die Pläne für eine allseits bekannte Superwaffe des Imperiums stehlen. Als nächstes muss man durch das Kanalsystem von Coruscant (Level 8) versuchen bis in Prinz Xizors Palast (Level 9) vorzudringen. Im 10. und letzten Level muss man Prinz Xizor verfolgen und stellen, der aus seinem Palast entkommen ist und sich auf seiner Skyhook, seiner Schwerbewaffneten Festung im Orbit um Coruscant, verschanzt hat. Nachdem man zuerst eine gewisse Anzahl seiner Star Vipers abgeschossen hat (wie in Level 3), kommt es zum großen Showdown: In einer gewaltigen Schlacht muss man versuchen, die Skyhook zu zerstören. Doch ist das nicht so einfach, weil es nicht 2, sondern 3 Parteien gibt: Rebellen, Xizors Star Vipers und Imperium!! Nachdem Vader Xizors Pläne erkannte, schickte er einen Sternzerstörer inklusive zahlreichen TIE Fightern zur Skyhook, um diese zu zerstören. Außerdem werden auch so nebenbei die Rebellenschiffe angegriffen, um gleich 2 Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Für Durcheinander in diesem Level ist also gesorgt. Der 2. Abschnitt dieses Levels, also die Schlacht um die Skyhook ist neben Level 6 (Swoop Bike Jagd) eine der aufregendsten und besten Spielszenen im gesamten Spiel.

 

Sound:

Der Sound ist - wie bei fast allen Star Wars-Spielen - tadellos. Neben den bekannten Stücken von John Williams sind auch einige Tracks von Joel McNeely dabei, der den Soundtrack zu Shadows Of The Empire komponierte. Auch die Sound-Effekte sind 1:1 von den Filmen entnommen. Ob Blasterschuss, imperialer Probe Droid, TIE-Fighter oder AT-ST - es passt einfach alles.

Grafik:

Die Grafik des Spiels ist ganz gut, wenn man bedenkt, dass es 1997 erschienen ist. Denn damals war es immerhin eines der ersten PC-Spiele, das massiv von 3D-Grafikkarten gebraucht machte. Heutzutage wirkt die Grafik natürlich sehr veraltet - zumindest Otto-Normal-Spieler dürfte das so sehen. Für Star Wars-Fans und vor allem solche, die auch den Roman gelesen haben, trägt die Grafik aber sehr viel zur tollen Star Wars-Atmosphäre bei. Seien es nun die Raumschiffe oder Vehikel (z.B.. Level 1), die Umgebungs-Grafik (z.B.. Level 4) oder die authentische Darstellung des Geschehens (z.B.. Level 6), die Grafik lässt fast keine Wünsche offen. Die Zwischensequenzen reichen zwar nicht an die Qualität von Jedi Knight (hier waren es ja auch echte Videos) heran, da sie "nur" gerendert sind, aber atmosphärisch gehören sie mit den entsprechenden Sequenzen aus Jedi Knight zu den besten überhaupt von allen bisherigen Star Wars-Spielen am PC. Nebenbei bemerkt: Es war das erste mal, dass man in einem Spiel Coruscant näher zu Gesicht bekam, u.a. durch dramatische Kamerafahrten in den Kilometertiefen Schluchten der (damaligen!) imperialen Hauptstadt oder durch beeindruckende Weitwinkel-Ansichten (zb. Xizors Palast). Lediglich Kleinigkeiten stören das gute Gesamtbild: Die Wampas sehen einfach nur lächerlich aus, was unverständlich ist, da Lucasarts die übrigen Gegner ganz gut hingekriegt hat. Alles in allem aber überwiegen die Stärken der Grafik.

Gameplay:

Fangen wir hier bei den positiven Dingen an: Das Spiel bietet sehr viel Abwechslung. Von 3D-shooter-Abschnitten (levels 2, 4, 5, 7, 8, 9) über das Abschießen gegnerischer Raumschiffe bis zu einer Swoop Bike-Jagd ist alles enthalten. Die einzelnen Level sind auch spielerisch überzeugend, was man leider von der KI (= künstliche Intelligenz) der Gegner nicht behaupten kann: Egal ob Stormtrooper, Snowtrooper, Coruscant Guard oder wer auch immer – die Gegner stehen einfach da und lassen sich so lange Zeit auf die eigene Spielfigur zu schießen, dass die Battle Droids aus Episode I dagegen wie effiziente Killer wirken. Auch die Steuerung ist ein wenig problematisch, da Sprünge über Abgründe Schwierigkeiten bieten können. Doch zum Glück kann man in solchen Fällen auch eine Overhead-Kamera aktivieren, die das Springen dann mittels besserer Übersichtlichkeit des Geschehens deutlich verbessert. Die Steuerung in den Levels 3 und 10, in denen man gegnerische Raumschiffe mittels Fadenkreuz abschießen muss, zeigt deutlich, dass das Spiel ursprünglich für eine Konsole entwickelt wurde. Hier wäre eine besserer Steuerung oder gleich eine Neugestaltung der Levels besser gewesen, als die N 64 Variante 1:1 auf den PC zu übertragen. Generell merkt man dem Spiel an, dass es sich um eine Konvertierung eines Konsolenspiels handelt. So fehlt zum Beispiel eine Speicherfunktion – statt dessen, wenn man ein Leben verliert, startet man an der letzten entscheidenden Stelle eines Levels. Durch die fehlende Speicherfunktion ergibt sich auch der hohe Schwierigkeitsgrad des Spiels, der einen manchmal zur Verzweiflung bringen kann. Vor allem die Levels 3 und 10 tun sich hier negativ hervor. Vielleicht war das aber auch Absicht, denn mit Speicherfunktion wäre das Spiel sehr schnell durchgespielt, weil es im Grunde eher einfach ist.

Fazit:

PC-Zeitschriften haben das Spiel als eher mittelmäßig bewertet. Das stimmt auch – jedoch nur für Otto-Normal-Spieler. Denn für den Star Wars Fan gilt das nicht: Die sehr gute Atmosphäre zieht einen regelrecht in die spannende Handlung und lässt den Fan die meisten Schwächen großzügig vernachlässigen. Wenn man den Roman gelesen hat ist man von diesem Spiel eigentlich noch viel mehr begeistert. Atmosphärisch zählt SOTE neben Jedi Knigth (JK) und dessen Add-On Mysteries of the Sith (MOTS) zu den besten Spielen auf dem PC, auch was die Zwischensequenzen angeht, die sogar gelungener sind als die von MOTS. Spielerisch ist es gut und viel besser als so manches Spiel, das Lucasarts in jüngster Vergangenheit für den PC veröffentlicht hat, erreicht aber nicht die Brillanz eines JK oder MOTS. Was auch noch hervorzuheben wäre, sind die riesigen Objekte wie z.B.. imperiales Shuttle, die am Spieler vorbeirauschen. Auch wenn sie für das Spielgeschehen ohne Bedeutung sind, so erhöhen sie die ohnehin gute Atmosphäre und vermitteln das Star Wars Feeling dadurch noch mehr. Höhepunkte des Spiels sind die Schlacht von Hoth bzw. die Flucht aus der Echo Basis (Level 1 und 2), die Swoop Bike Jagd (Level 6) und der zweite Abschnitt des Angriffs auf die Skyhook (level 10). Am interessantesten für alle Fans dürfte der Level 4 und die dazugehörige Zwischensequenz sein. Der Name des Levels macht deutlich warum: Ord Mantell Junkyard!! Endlich bekommt man einen Eindruck davon, wie dieser berühmt-berüchtigte Planet, von dem zum ersten mal in TESB die Rede war, nun aussieht. Ein Tipp von mir: Schaut euch mal den Schrottplatz genauer an (sowohl in der Zwischensequenz als auch im eigentlichen Spiel): Hier kann man allerhand verschrottete imperiale Einheiten, unter anderem einen TIE, einen AT-AT und sogar einen Sternzerstörer(!!!) entdecken. Wenn ihr also mal einen AT-AT sucht um Parkprobleme elegant zu vermeiden.....ihr wisst nun auf welchem Schrottplatz ihr einen findet ;-) Abschließend kann ich jedem Star Wars Fan SOTE nur empfehlen. Der in den meisten Fachgeschäften niedrige Preis und die ebenfalls niedrigen Systemanforderungen (empfohlen Pentium 166, 32 MB und 3D Karte) sprechen ebenfalls für die Erwerbung des Spiels.

 

Kaero Shan

 

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