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Bayernpark XI

17.08.2013 in Reisbach

Sanura Vendera nach langer Auszeit wieder beim BayernparkNach zweijähriger Pause startete ich, Sanúra Vendera, endlich wieder mal ins Reisbach-System! Diesmal ging es für mich schon am 15. August los, war ich doch bei Kirana D’Sarro und Darth Raven (auch bekannt als "Dark Jedi" alias D.J.) eingeladen, mir an diesem Abend die legendäre Freiluftaufführung "Frankenburger Würfelspiel" anzusehen. Dabei wird auf einem Feld mit einer knorrigen Linde, unter Sternenhimmel und aufgehendem Mond eine historische Begebenheit aus der Zeit des 30-jährigen Krieges dargestellt: Die unterdrückten Bauern machen einen verzweifelten Aufstand, der vom bösen Graf Herbersdorff als Vertreter des Kaisers unter Mithilfe eines verschlagenen "Pflegers" (das ist ein lokaler Verwaltungsbeamter) auf das Grausamste niedergeschlagen wird – gewissermaßen historisches Star Wars, das aber leider mit einer Niederlage der tapferen und ehrenhaft kämpfenden Rebellen endete. Einmal mehr zeigt sich, dass Kirana von der dunklen Seite stammt – ihr Onkel spielte den ruchlosen Pfleger, und das sehr eindrucksvoll.

Der nächste Tag war, abgesehen von einem Besuch des schönen Würfelspielmuseums in Frankenburg, den Vorbereitungen unserer Reise gewidmet, zumal wir diesmal erst am Samstag früh zum Event anreisen wollten. Neben Pack- und Fleisch-Marinierungsaktivitäten kam es dabei auch zu einem Raumschifftausch, stellte sich doch – aufgrund Kiranas Umsicht, die uns zu einem "Probepacken" veranlasste – heraus, dass Kiranas flotter Raumgleiter nicht genug Fassungsvermögen für unser Gepäck hatte. Also machten wir uns am Samstag in der Früh mit einem Raumtransporter Marke Peugeot 307 auf den Weg – selbstverständlich geliehen, nicht geklaut ;-)

Am späteren Vormittag trafen wir im Bayernpark ein, wo das Event schon im vollen Gange war. Wie groß der Besucherandrang war, merkten wir schon, als wir uns in den Stau einreihen mussten. Auf dem Zeltplatz stellten wir unsere Zelte etwas abseits auf, dann ging es hinein in den Park, der schon vor Besuchern wimmelte, in die "Umkleide", wo wir uns in die Kostüme warfen (Kirana als Dathomir-Hexe und Raven und ich als dunkle Jedi). Ich freute mich, wieder Kiranas dunklen Jedi tragen zu dürfen, und schaffte es sogar, mich ohne Hilfe anzuziehen. Kiranas Kommentar: "Du bist der erste Jedi, den ich kenne, der das schafft!"

Stolze 180 Kostümierte kamen laut Veranstalter zusammenKaum wieder vor dem Gittertor, war es schon aus mit jeglicher Privatsphäre – man konnte kaum drei Schritte gehen, ohne um ein Foto gebeten zu werden. Anfangs dachten wir, heuer wären gar nicht so viele Kostümierte da wie sonst, erst bei Parade und Gruppenfoto sahen wir unsere volle Mannstärke. Wie wir am Abend von Philipp erfuhren, waren es eindrucksvolle 180 Kostümierte und unglaubliche acht- bis zehntausend Besucher! Von uns MOTFlern waren außer uns dreien noch Correl, Airen und Lox da, was ja auch ein ganz guter Schnitt ist.

Die Besucher drängten sich während der ParadeDen Besuchern wurde einiges geboten: Wie schon in den letzten Jahren war wieder ein Stargast eingeladen, diesmal war es Rainer Doering, der deutsche Synchronsprecher des General Grievous, der dem Andrang der Autogrammjäger standhielt. Außerdem gab es einen von Robert Eiba betreuten Infostand des OSWFC, einen SciFi und einem Fantasy-Verkaufsstand sowie Kinderschminken, Jedi-Akademie und eine Schnitzeljagd (bei der die Kinder die Kostümierten nach dem Namen ihres Star Wars-Charakters fragen mussten).

Die Stunden verflogen und ich muss zugeben, heuer bekamen wir gar nicht so viel mit, weil wir von der Umkleide kaum weiter kamen als bis zum Eingang. Wie immer fanden eine Parade aller Kostümträger durch den Park und diesmal sogar zwei Fototermine statt. Bei der Preisverleihung für die Schnitzeljagd ging es wieder hoch her, aber heuer erfuhr ich das nur vom Hörensagen und war zum Glück nicht mehr (wie 2010) im Auge des Orkans.

Kirana lies sich eine Sitzprobe im DeLorean natürlich nicht nehmen...Toll war auch, dass ein original DeLorean DMC-12 – das ist der Sportwagen, der im Film "Zurück in die Zukunft" (1985 mit Michael J. Fox) als Zeitmaschine fungierte – direkt vor unserem Umkleideraum parkte, was viele von uns begeisterte und zu zahllosen Fotos inspirierte. Wie wir erfuhren, war dieses Auto Anfang der 80er Jahre tatsächlich in (wenn auch kleiner) Serie gefertigt worden; heute existieren (nur noch!) ca 170 Stück davon.

Die stechende Sonne forderte ihren Tribut, wir waren alle drei ziemlich fertig und mussten entgegen unserer Gewohnheit, wirklich bis zum Schluss kostümiert unterwegs zu sein, diesmal schon früher aus unseren Outfits schlüpfen. Insbesondere Raven war geradezu gebrandmarkt; seine Hosenträger hatten ein tiefes, rotes Muster auf der Haut hinterlassen, das recht schmerzhaft aussah.

Hey! Finger weg von meinem Auto! ;)Wir gingen also relativ früh zum Zeltplatz und schlossen uns der Gruppe an, die alter Tradition entsprechend das Freizeitbad Caprima in Dingolfing unsicher machte. "Unsicher machen" kann durchaus wörtlich verstanden werden, manche tobten da recht vergnügt und in entsprechender Lautstärke herum;-) aber ich ging es ruhiger an und konnte, im sprudelnden Warmwasser relaxend, mit einem passionierten Star Wars-Autogrammsammler fachsimpeln.

Zurück auf dem Zeltplatz wurden die Feuer und Griller angeworfen und die allgemeine Brutzelei begann. Zugegebenermaßen blieben wir drei, weil einfach schon so ko, heuer etwas abseits vom Zentrum des Geschehens und zogen uns vor unsere Zelte zurück, wo unser Einweggrill uns einige leckere Steaks und Putenfilets bescherte, dazu frische Salzstangerl, Brot und Gemüse. (Hausfrauentipp, persönlich ausgetestet: Radler ist für solche Fälle super, weil er auch gut schmeckt, wenn er nach einem langen Event-Tag nicht mehr ganz so kühl ist!)

Natürlich war auch Darth Bärli wieder dabei - Diesmal sogar mit seinem eigenen SpeederOffenbar waren die anderen aber auch ganz schön müde, denn sogar die Doppel-Lichtschwert-Duelle der Mandalorianer, die neben uns ihren Lagerplatz hatten, erstarben ebenso früh wie die sonstige übliche Geräuschkulisse. Um Mitternacht war alles schon recht friedlich und still, und man konnte sich von einem mehrstimmigen Schnarchkonzert in einen wohlverdienten Schlaf säuseln lassen.

Am Sonntag wachte ich schon bei Tagesanbruch angenehm erfrischt auf und konnte – ein für mich seltenes Erlebnis – die Stille des Sonnenaufgangs über den Feldern genießen, nur ab und zu eine muhende Kuh oder ein Hahnenkrähen in der Ferne. Allmählich belebte sich alles und ging in der Geschäftigkeit des Zelteabbrechens und Aufräumens auf. Unsere mandalorianischen Zeltnachbarn (von der mandalorianischen Beskarschmiede) boten uns Kaffee an, es ergaben sich nette Gespräche und wir packten auch bei ihrem Zelt mit an, bevor wir in den Park gingen, um gemütlich zu frühstücken und noch ein wenig durch den Park zu schlendern. Immerhin hatten wir ja die hiesigen Fahrgeschäfte gestern absolut gar nicht frequentieren können! Kirana sorgte dafür, dass sich insbesondere der "Freischütz", eine mörderisch aussehende Achterbahn, keinesfalls vernachlässigt fühlen konnte.

Zwar nicht der rasende Falke, aber dennoch ein elegantes Tier...Ein besonderes Erlebnis hielt die neue Greifvogel-Flugschau für uns bereit – eigentlich ja noch gar keine Flugschau, wie der Falkner betonte, sondern "nur" ein öffentliches Training in der neu eröffneten Anlage. Er erzählte auf sehr spannende Weise, wie die Vögel aufgezogen und trainiert werden. Einmal ließ er einen Adler so nahe von mir landen, dass mich das wunderschöne Tier mit seiner Schwinge im Gesicht streifte. Kirana und Raven streichelten einen riesigen Uhu, und schließlich bekamen wir noch einen Falken auf den Arm gesetzt – keinen "rasenden" wohlgemerkt, sondern einen, der zum Glück ruhig sitzenblieb.

Am frühen Nachmittag machten wir uns auf den Heimweg, aber nicht ohne noch das eine oder andere Gespräch nachzuholen, das sich gestern einfach nicht mehr ausgegangen war... Vielen Dank an Kirana und Raven, bei denen ich zu Gast sein durfte, an Kiranas Schwester Kathrin, die uns ihr Raumschiff anvertraut hat, sowie an Philipp und alle an der Event-Organisation Beteiligten! Bis nächstes Jahr!

Sanúra Vendera
Fotos ©: Kirana D'Sarro